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„Internetzugang ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit“
(Refugees Emancipation e.V.)

 

Für die Flüchtlinge ist ein Zugang zum Internet kein Luxus, sondern absolute Notwendigkeit. Sie nutzen diesen Zugang zur Kommunikation mit Verwandten und Freunden, die auch auf der Flucht sind, zur Information über die Lage zu Hause, wo oft Teile der Familie zurückbleiben und zur Information über Rechte, Möglichkeiten und Fallstricke im deutschen Asylrecht. Vor allem der letzte Punkt macht einen Internetzugang in Erst- und Zwischenunterkünften wichtig. Viele hier haben die komplizierte Prozedur des Asylverfahrens noch komplett vor sich. Durch den dezentralen Ansatz und das Setzen auf drahtlose Verbindungen eignet sich das Freifunk-Konzept besonders für den schnellen und unkomplizierten Aufbau von Internetverbindungen zu den neu entstehenden Flüchtlingsunterkünften in Jena.

Freifunk Jena ist eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, an möglichst vielen Stellen in Jena ein frei zugängliches WLAN aufzubauen. Möglich wird dies durch die Mithilfe von Freiwilligen, die bereit sind einen Freifunk-WLAN-Router bei sich zu Hause aufzustellen. Im Idealfall stellen sie ihren Internetzugang für die Verbindung zwischen Freifunknetz und Internet zur Verfügung. Router die in Funkreichweite von einander stehen, kommunizieren drahtlos miteinander und bilden so ein eigenes dezentrales Netz. Wer seinen Internetzugang für Freifunk zur Verfügung stellt muss dabei keine rechtlichen Konsequenzen befürchten. Die Daten vom Freifunk-Router werden zunächst verschlüsselt zu einem anderen Server weitergeleitet. Dort erst gelangen sie mit den Daten vieler anderer Freifunker ins „offene Internet“. Eine Rückverfolgbarkeit zum Anschlussinhaber ist damit nicht mehr möglich. Sollten einmal Rechtsverstöße über den eigenen Zugangpunkt begangen werden, ist die Haftung des Knotenbetreibers (sog. Störerhaftung) somit ausgeschlossen.

Bei der Versorgung der Flüchtlingsunterkünfte mit Internetzugang kann jede(r) mithelfen, der/die in der Nähe einer Unterkunft wohnt und eine Sichtverbindung dorthin hat. Zumindest sollten keine Gebäude im Weg sein. Benötigt wird ein WLAN-Router mit der Freifunk-Firmware. Diesen kann das Freifunk-Projekt für ca. 20 EUR fertig vorbereitet zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollte ein Internetanschluss (DSL oder Kabel) mit 16 MBit/s oder mehr zur Verfügung stehen. Alternativ müssen andere Freifunk-Router vom Standort aus erreichbar sein.

Mit der Beteiligung am Freifunk-Projekt kannst Du somit nicht nur helfen, den Flüchtlingen Zugang zu wichtigen Informationen zu ermöglichen, sondern auch am Ausbau eines freien WLAN-Netzes in Jena mitwirken, welches allen zur Verfügung steht.

Wenn Du Lust bekommen hast mitzumachen oder noch Fragen zu Freifunk hast, wende Dich an das Team von Freifunk Jena. Hier wird man gern Deine Fragen beantworten und Dich beim Aufbau Deines eigenen Freifunk-Knotens unterstützen.

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